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John Cage

John Cage wurde am 5. September 1912 in Los Angeles, Kalifornien, geboren und starb am 12. August 1992 in New York. Er studierte Geisteswissenschaften am Pomona College. Zu seinen Kompositionslehrern zählten Henry Cowell und Arnold Schönberg.

Mit seinen mehr als 250 Kompositionen, die häufig als Schlüsselwerke der Neuen Musik angesehen werden, gilt er als einer der weltweit einflussreichsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Hinzu kommen musik- und kompositionstheoretische Arbeiten von grundsätzlicher Bedeutung. Außerdem gilt Cage als Schlüsselfigur für die Ende der 1950er Jahre entstehende Happeningkunst und als wichtiger Anreger für die Fluxusbewegung und die Neue Improvisationsmusik. Neben seinem kompositorischen Schaffen betätigte er sich auch als Maler.

1930 ging er nach Europa und studierte anfangs gotische und griechische Architektur bei Ernõ Goldfinger in Paris, sowie Klavier bei Lazare Lévy, der ihn mit der Musik Johann Sebastian Bachs vertraut machte. Er schrieb Gedichte und unternahm Versuche im Malen und Komponieren. Während dieser Zeit entstanden die ersten musikalischen Kompositionen.

Die Musik, die ich komponierte, folgte einer mathematischen Methode, an die ich mich nicht mehr erinnere. Sie kam mir selbst nicht wie Musik vor, also ließ ich sie, als ich Mallorca verließ, zurück, um mein Gepäck nicht zu beschweren. An einer Straßenecke in Sevilla bemerkte ich die Vielfalt simultaner visueller und hörbarer Ereignisse, die im eigenen Erleben alle zusammenliefen und Lust und Freude hervorriefen. Das war für mich der Beginn von Theater und Zirkus.


Zurückgekehrt nach Amerika begann er ein Kompositionsstudium, zunächst von 1932 bis 1934 Komposition bei Richard Buhlig, Harmonielehre und Kontrapunkt bei Adolph Weiss sowie Kurse in moderner Harmonie an der „New School of Social Research“, New York, bei Henry Cowell, bevor er in den folgenden zwei Jahren Unterricht bei Arnold Schönberg erhielt. 1937 heiratete er Xenia Andreyevna Kashevaroff. 1938 zog er nach Seattle wo er am Cornish College of the Arts als Pianist und Korrepetitor für die Tanzabteilung engagiert war. Er baute sein erstes Schlagzeugensemble auf. Kurze Zeit später entstand als Begleitung für eine Choreografie seine erste Komposition für das von ihm erfundene Präparierte Klavier, auf dessen Saiten und Hämmern er Radiergummis, Nägel und andere kleine Teile montierte, die dem Klavier eine besondere Klangfarbe verleihen.

In New York City baute sich Cage ab 1942 eine Existenz als Komponist auf und trennte sich von seiner Frau. Er reiste weiterhin quer durch die USA, Europa und Asien, um Kurse und Vorträge zu halten und Aufführungen seiner Werke zu begleiten. Mit einem Konzert, das er 1943 im Museum of Modern Art aufführte, wurde Cage in New Yorker Avantgarde-Kreisen bekannt und knüpfte Kontakte sowohl zu bildenden Künstlern wie zu Tänzern und Musikern. Unter anderem traf er häufig mit Marcel Duchamp zusammen. Mit Merce Cunningham und dem Maler, Grafiker und Happening-Künstler Robert Rauschenberg begann Cage zusammenzuarbeiten und zusammenzuleben. Dieses Trio wohnte im gleichen Haus in einer Art Dreier-Beziehung. Die Beschäftigung mit der Musik von Erik Satie und den Schriften von Henry David Thoreau und James Joyce führten John Cage zur Entwicklung einer eigenen Form von Musik über Musik und von Text über Text, einer in dieser Weise neuen Tätigkeit.

Die letzte Phase seines Schaffens, die 1987 begann, umfasst ca. 50 Stücke für diverse kammermusikalische Besetzungen, Orchester, Soloinstrumente, Chor, Performer, die so genannten „Zahlenstücke“ (number pieces). Hier gibt Cage seinen Musikstücken keinen Titel mehr, sondern benennt sie nach der Zahl der Aufführenden und nummeriert sie in der Reihenfolge ihrer Entstehung durch.

www.johncage.org
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John Cage blieb nie an einem Punkt stehen: Beharrlich suchte (und fand) er bis zuletzt unerforschte, neue und außergewöhnliche künstlerische Wege. 
»Six Melodies« (1950) und »Thirteen Harmonies« (1985): Annelie Gahl, Klaus Lang und col legno präsentieren einen aufregend zugänglichen John Cage. 
Aus der Not wird eine Tugend: Die Präparation des Klaviers wuchs unter Cages Fingern vom Geistesblitz zum individuellen, aparten Ausdrucksmittel. 
Nach vielen Solostücken versuchte sich Cage 1951 auch am Klavierkonzert, natürlich mit präpariertem Instrument. Als extremer Kontrast dazu: Sixty-Eight (1992). 
Der amerikanische Altmeister des präparierten Klaviers versuchte sich in seinen Sonatas and Interludes gewohnt eigenwillig an musikalischen Kleinformen. 
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