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Morton Feldman

Morton Feldman wurde 1926 in New York geboren und starb ebenda 1987.

Wie sein Freund John Cage war er ein amerikanischer Komponist – ein amerikanischer Künstler – ein Amerikaner im wahrsten Sinne des Wortes. Er hat seine Identität durch den grundsätzlichen Unterschied zwischen seinen Ansichten die Kunst der Komposition betreffend und denen seiner Kollegen in Europa bestimmt. Er war stolz, Amerikaner zu sein, weil er überzeugt war, dass dies ihm eine in Europa unvorstellbare schöpferische Freiheit ermöglichte. Und als ein wahrer Amerikaner, hatte er möglicherweise auch ein winziges Minderwertigkeitsgefühl gegenüber der kulturellen Traditionen Europas, was er ablehnte und doch insgeheim bewunderte.

Während der 50er Jahre in New York gehörten zu seinen Freunden die Komponisten Earle Brown und Christian Wolff, die Maler Mark Rothko, Philip Guston, Franz Kline, Jackson Pollock, Robert Rauschenberg und der Pianist David Tudor. Insbesondere die Malerei beeinflussten Feldman bei seiner Suche nach einer eigenen, unmittelbaren und greifbaren Klangwelt. Daraus ergaben sich Experimente mit grafischer Notation. Seiner Affinität für die Welt Samuel Becketts verdankt die Musikgeschichte das einmalige Musiktheaterwerk Neither sowie zwei Stücke für Kammerensemble. Seine Freundschaft mit den New Yorker Malern des abstrakten Impressionismus hat eine Reihe von Kompositionen gezeitigt, darunter Rothko Chapel. Aber sogar die Kunst des Knüpfens orientalischer Teppiche hat ihn inspiriert (The Turfan Fragments).

1973 wurde Feldman Professor an der University of New York in Buffalo, wo er bis zu seinem Tod unterrichtete.

Typisch für Feldmans Arbeit wurde früh die Reduktion des kompositorischen wie instrumentalen Materials. Feldmans Musik will nichts ausdrücken: Sie ist das Gegenteil der deutschen Romantik und vermeidet jede Empfindungsäußerung. Der sonst vorherrschende Gedanke einer musikalischen Entwicklung ist weitgehend außer Kraft gesetzt. Entscheidend für die Wirkung von Feldmans Klangwelt ist die Dauer seiner Stücke und die geringe Veränderung ihrer melodischen, rhythmischen oder dynamischen Werte. So kommen seine Stücke nur selten über ein Mezzoforte hinaus, bewegen sich meist im Leisen genauso wie im ruhig fließenden Tempo.

Chris Villar’s Feldman Website, eine der besten Quellen.
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Vergänglichkeit und den Hang nach dem ewigen Leben hat Feldman in For Bunita Marcus verarbeitet – und daraus ein langsames Sterben gemacht. 
Oper? Anti-Oper? Monodram? Was auch immer: In Neither haben sich 1977 die verwandten Künstler-Seelen Samuel Beckett und Morton Feldman getroffen. 
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Der Klang als Mittelpunkt des Seins: Erwachsen aus der Stille erreicht Feldman in Triadic Memories die Grenzen des Fassbaren. 
Auf dieser CD sind Kompositionen wie Piano and Orchestra (1975) bis zu seinem letzten Klavierstück, Palais de Mari (1986) vereint. 
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