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Charles Ives

Charles Ives wurde 1874 als Sohn eines Kapellmeisters in New York geboren.

Seine Kompositionsstudien begann er 1894 bei Horatio Parker an der Yale-Universität. Hier lernte der Student die deutsche Musiktheorie des Jadassohns kennen, wodurch Ives zunächst den Liedstil von Schumann und Brahms übernahm. Doch schon während seines Studiums emanzipierte sich Ives vom Regelwerk der europäischen Musik.

Nach seinem Abschluss entschloss er sich für einen konventionellen Beruf, weil er glaubte, musikalische Kompromisse schließen zu müssen, wenn er von der Musik leben wolle. Daher begann er eine Tätigkeit bei einer Versicherungsgesellschaft, wobei er nebenher bis zu seinem dreißigsten Lebensjahr als Organist tätig war. Musik komponierte er in seiner Freizeit. 1907 gründete Ives die Versicherungsgesellschaft Ives & Co.

Zeit seines Lebens wurde Ives´ Musik weitgehend ignoriert, und so blieben die meisten seiner Werke viele Jahre unaufgeführt. Seine Neigung zum Experiment und zum kompromisslosen Einsatz von Dissonanzen anerkannten nur wenige Hörer. Nach Ives’ Ansicht war eines der schlimmsten Wörter für Musik die Bezeichnung "nett", so dass seine eigene Unpopularität ihn wohl nicht überraschte. 1940 traf er Lou Harrison, einen Anhänger seiner Musik, der ihn förderte und seine Popularität etwas steigern konnte.

Die Einbeziehung von Gebrauchsmusik (Märschen, Tänzen, Ragtimes, kirchlichen Hymnen etc.) ist ein charakteristisches Merkmal von Ives’ Musik, das in Werken wie Central Park in the Dark (1906) oder Three Places in New England (1908-14) zur Anwendung kommt. Ebenso finden Zitate aus der Musikgeschichte, vor allem aus dem Werk Ludwig van Beethovens Verwendung, wodurch das Verhältnis zur Tradition problematisiert und in der Musik thematisiert wird.

In den Jahrzehnten nach seinem Tod wuchs allmählich sein Ansehen, und gilt heute als einer der wichtigsten Komponisten Amerikas.

www.charlesives.org

Bild: Harry Erskine
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