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Federspiel - Wolperting
Preis: € 16,00
WWE 1CD 20436
Dieser Artikel erscheint am 28.09.2018.

Federspiel
Wolperting

01
Da wo's beginnt 02:55 Share
02
Tau 05:05 Share
03
Eventyret om Fossegrimen Part I, Overnaturlig Vesen 03:41 Share
04
Eventyret om Fossegrimen Part II, Huldefossen 04:47 Share
05
Rosenhang 05:20 Share
06
El Buscapiés 05:14 Share
07
S. E. A. L. 08:28 Share
08
The Breath of Connections 05:46 Share
09
Xochipitzahuatl 04:39 Share
10
Die drei Briada 01:54 Share
Gesamtspielzeit 47:49
Digital Booklet - nur mit Album
Editor’s Note

Hasen mit Flügeln, Eichhörnchen mit Entenschnäbeln, Schlangen mit Vogelköpfen ... Es gibt sie an vielen Orten, jene Misch- und Fabelwesen, deren Herkunft stets im Ungewissen liegt: In den schweizerisch-französischen Bergen nannte man sie Dahu, australische Aborigines beobachteten den Bunyip und in Bayern und dem angrenzenden Österreich gibt’s den Wolpertinger.

Auf ihrer farbenreichen musikalischen Landkarte verzeichnen die fabelhaften Musiker von Federspiel neuerdings die Ortschaft Wolperting. Diese Gemeinde im fantastischen Irgendwo wird auf ihrem fünften Album zu einem musikalischen Weltschauplatz: Hier wimmelt es nur so von übernatürlichen Wesen. Es erklingen mexikanische Weisen, Standeslieder werden zum Besten gegeben. Teuflische Tänzer erscheinen. Und ein einfacher Blick aus dem Fenster wird zu einer Geschichte, die ein Leben lang bleibt.
Lineup

Frédéric Alvarado-Dupuy, clarinet, composition
Simon Zöchbauer, trumpet, flugelhorn, piccolo trumpet, vocals, composition
Philip Haas, trumpet, flugelhorn
Ayac Iuan Jiménez Salvador, trumpet, flugelhorn, electronics, vocals
Matthias Werner, trombone, vocals, composition
Thomas Winalek, trombone, bass trumpet
Roland Eitzinger, tuba

Joachim Murnig, marimbaphone (track 3), vibraphone (track 3, 4)
choir, vocals (track 9)
First Listener’s Note

Hase mit Horn
- Eine fröhliche Huldigung
Von Theodora Bauer

1.
Eine Wolkendecke, von blauen Löchern zersetzt. Kein grelles Weiß, aber drückend. Hinter den Wolken ein beeindruckendes Wetter, irgendwo. In meinem Ohr hebt die große Stille an. Ein Einatmen weit entfernt. Erwartung.

Ich habe mit Blechbläsern anderes assoziiert, volkstümliches Getöse, das aus dem Tal heraufschallt, wenn für die Feuerwehrfeste geprobt wird. Lärm, dessen abendliches Pendant unverdrossen trötende Schlagerstars sind, die nach der ›Kapön‹ die weiten Hallen des Zeltfestzeltes mit ihren nach Schweiß und Tränen duftenden Klängen erfüllen. Zu konsumieren im betrunkenen Zustand, beides.

Ich wurde eines Besseren belehrt.

2.
Ameisen steigen auf mich. Blumen stecken mir ihre weißbepollten Dolden in die Nase. Ein sanftes Wackeln, der Wind eine freundliche Geste zwischen den Gräsern. Die Welt ist unscharf aus dieser Perspektive, verästeltes Grün, ganz bodennah, im Auge. Die dumpfe Sonne presst sich mir entgegen. Ich spüre ihre gutmütige Gewalt. Sie könnte anders, wenn sie wollte. Noch will sie nicht.

Ein dalmatinerfarbiger Schmetterling klappt leise schwankend, gepunktet, immer wieder über mir zusammen. Ich spüre einen Druck im Rücken, gegen die Lunge; kleine Erhebungen, der Boden ist Natur. Zwei Vögel schreien einander über den Garten hinweg blechern klingende Unflätigkeiten entgegen, Flugzeuge, die starten und landen, ihre Triebwerke hoch oben im Lärmmodus, ausgefahren, rotierend. Erdverbundenes Insektenbrummeln nahe an meinem Ohr. Dazwischen die Musik, die alles aufnimmt in sich; eine Wiesensymphonie, jedes Mal anders, jedes Mal neu, jedes Mal schön.

Ich höre sie singen, ihre Stimmen gefallen mir gut. Ich habe das Gefühl, dass sich die Menschen, aus denen sie kommen, mögen. Ihre Stille ist eine freundliche, die auch mich empfängt. Ganz frei kann ich durch die Lieder gehen, sie lassen mir und meinen Gedanken Raum. Die Wiese, die eine andere ist, findet so gut Platz zwischen den Tönen, als hätte man sie von Anfang an hineingeschrieben; als hätten sie genauso eine Wiese mitgedacht, während sie, Wiesen denkend, im abgeschlossenen Tonstudio der Dunkelheit des Mikrofons entgegensangen.

3.
Ich höre Orff. 80s-Synthesizer-Pop. Die Schlümpfe. Peter und der Wolf. Star Wars. Requiem, Mozart. Ich höre alles Mögliche. Nie sollst du mich befragen; was kann ich schon über Musik schreiben, ohne sie und ihren Eindruck mit meinen Worten abzuschleifen und einzupassen in eine wortgemäße Wirklichkeit? Ich, die ich Worte nach meinem Verlangen forme und die Welt so zurechtdrücke, dass sie den Worten gemäß sich verhält –

Ich denke an Hollywood in den Bergen, Wicked, ein paar Töne nur, dann ist es wieder verklungen. Ein Volkslied, das mit selbstverständlicher Unschuld daherkommt. Sie singen und spielen, als wäre es dasselbe, als wäre ihnen die eine Ausdrucksweise so gemäß wie die andere. [...]
About

Seit seiner Gründung 2004 stetig musikalisch gereift, entwickelt Federspiel – zunächst aus Rücksicht auf das einzige Holzblasinstrument im Ensemble – eine transparentere, klanglich vielschichtigere Tonsprache als so manch andere Brass-Band. Als künstlerisches Schwergewicht mit federleichten Kompositionen im Gepäck bespielt das Ensemble längst etablierte Konzertbühnen, darunter der Goldene Saal des Musikvereins Wien, die Berliner Philharmonie, die Elbphilharmonie Hamburg, das Vancouver Island MusicFest oder die Stanford University. Pioniergeistig und dennoch stets voller Respekt begibt sich Federspiel in traditionelle Gefilde, verwebt Anklänge aus der ungarischen oder mexikanischen Musiktradition mit alpenländischem Repertoire, perkussive Spielweisen mit elektronischen Klängen, um etwas Neues zu kreieren – zeitgenössische Musik, die sich ebenso ehrfürchtig vor ihrer Vergangenheit verneigt, wie sie sich mutig in die Zukunft wirft.
Federspiel goes US - Da wo’s beginnt
Credits: Music: Frédéric Alvarado-Dupuy, Sound: Christoph Burgstaller, Camera: Ryan Truettner, Editing: Emée Soulcié
Artists’ Notes

Federspiel über Wolperting


01 Da wo’s beginnt
Besondere Geschichten beginnen an besonderen Schauplätzen. Ob in der Wolperting’schen Fabelwelt oder in den Bündner Alpen. Die wenigen Geschichten, die uns wirklich beeinflussen und formen, die bislang unbekannte Seiten von uns herauskehren, die bleiben uns ein Leben lang. Da wo’s beginnt ist eine Ouvertüre für solch eine Geschichte. (FAD)

02 Tau
Wien vor heißen Sommertagen. Die Stadt schläft besonders lange und schwer. Vor den ersten Sonnenstrahlen zieht langsam eine kühle Brise über die Dächer hinweg, letzte Erfrischung vor dem zu erwartenden, heißen Tag. In der kurzen Zeitspanne der Stille der Versuch, diese reine Frühe einzuatmen und aufzubewahren. (MW)

03 Eventyret om Fossegrimen Part I, Overnaturlig Vesen Knorrige Finger und lange, holzige Beine; ein von Laub bedecktes Haupt, der Mantel geflochten aus Wasser und Wind, und in der Hand eine Fiedel. In meinem Kopf hat sich dieses Bild vom menschenähnlichen und fabelhaften Fossegrim während des Komponierens regelrecht eingebrannt. Der Sage nach lebt dieses ›overnaturlig vesen‹ in einem Wasserfall Norwegens und gilt in der skandinavischen Mythologie als überaus gutmütig und äußerst musikalisch. Werden ihm Opfer dargebracht, lehrt es die Menschen das Saitenspiel. (MW)

04 Eventyret om Fossegrimen Part II, Huldefossen
Ein mitreißender Wasserfall durchzieht einen prächtig gezeichneten Landstrich in der Nähe des norwegischen Städtchens Førde: der Huldefossen. Er ist Fossegrims Zuhause. Auf der Federspiel-Sommertour 2016 durch Skandinavien konnten wir im eiskalten Becken unter dem Wasserfall die magische Umgebung auf uns wirken lassen – eine überflutende Inspirationsquelle! Es entstand ein Märchen über das Wesen der Natur und der Musik. (MW)

[...]
For further information visit:

www.feder-spiel.at

1CD

Vocal

Lied

Instrumental

Ensemble

World

Young

Empfehlung
„Es ist Bläsermusik, [...] die dann immer wieder überraschend abbiegt und die angestimmte Erwartung eben nicht erfüllt, sondern mit Neuem überrascht.“ (Franzobel) 
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