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Ives beschäftigte sich neben seinem Brotberuf als erfolgreicher Versicherungsmakler intensiv mit Literatur, Philosophie und vor allem Komposition. Dabei kam die coolste, originellste moderne Musik heraus, die man sich denken kann – und die vor allem seiner eigenen Zeit weit voraus war. Camp meetings, christliche „Evangelisationsveranstaltungen“ seiner Jugendzeit, verarbeitete Ives in seiner dritten Symphonie. Was uns heute skurril erscheint, gehörte vor allem im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts zum festlichen Alltag des ländlichen Amerika. Nicht zuletzt die hymnischen Gesänge dieser Feiern prägen das Werk. Und weil er überhaupt ein wacher Zeitgenosse war, hatte er auch mit dem Ragtime seinen Spaß, und übertrug ihn in den Ragtime Dances aufs Orchester. Beeindruckendes Beispiel seines Hangs zur Literatur ist die Robert Browning Ouverture, in der er dem englischen Dichter und Dramatiker nachspürt. So zeichnet die CD ein eindringliches Portrait einer der originellsten Köpfe der frühen Moderne.
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Xiaoyong Chen, gespielt vom E-Mex-Ensemble und dem Chai Found Music Workshop, unter der Leitung von Christoph Maria Wagner. Eine DLF Koproduktion.  |
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Das jüngste Gericht: Sofia Gubaidulina wandelt in ihrem zweiten Cellokonzert auf den Spuren archaischer Gottesjustiz.  |
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Hannes Löschel vertont den Gedichtzyklus »Songs of Innocence« von William Blake und holt sich dafür den famosen, britischen Vokalkünstler Phil Minton zur Seite.  |
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