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Xiaoyong Chen - Imaginative Reflections
Preis: € 16,00
WWE 1CD 20438
Dieser Artikel erscheint am 26.01.2018.
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Xiaoyong Chen
Imaginative Reflections

01
Wandering Illusion: I. ... from the distance 02:45 Share
02
Wandering Illusion: II. Lightness 01:20 Share
03
Wandering Illusion: III. Vibrations in the air 02:07 Share
04
Wandering Illusion: IV. Twinkling 01:45 Share
05
Wandering Illusion: V. Wood, water and metal 04:22 Share
06
Wandering Illusion: VI. Bell and songs 04:28 Share
07
Diary V: I. Farben in Bewegung 01:52 Share
08
Diary V: II. Filterung 00:52 Share
09
Diary V: III. Ohne Titel 00:49 Share
10
Diary V: IV. Reihungen 03:36 Share
11
Diary V: V. Zoom out 04:35 Share
12
Imaginative Reflections: I. Crystallization 01:53 Share
13
Imaginative Reflections: II. Lights 02:37 Share
14
Imaginative Reflections: III. Waves 04:43 Share
15
Imaginative Reflections: IV. Reflected sculpture of light 03:18 Share
16
Imaginative Reflections: V. Sound of light 05:26 Share
17
Imaginative Reflections: VI. Untitled Song 01:57 Share
18
Imaginative Reflections: VII. Silentium 04:02 Share
19
Evapora: I. 04:56 Share
20
Evapora: II. 03:15 Share
21
Evapora: III. 06:08 Share
Gesamtspielzeit 01:06:46
Digital Booklet - nur mit Album
      mp3 320 kB/s
Imaginative Reflections 9,99 €  |  download
Editorial

Klänge wie aus einer anderen Welt sind auf dieser Produktion zu hören. Sie breiten sich im Raum aus und entschwinden. Oder besser: sie vergehen, verdunsten, kristallisieren, sie lagern sich ab. In dieser Musik geht es um das Verklingenlassen, das Fortklingen, den Nach-Hall. Europäische Instrumente klingen asiatisch und asiatische werden in die europäische Kunstmusik integriert. Immer wieder stellt der 1985 in Deutschland eingewanderte Xiaoyong Chen – einst Kompositionsschüler von György Ligeti, heute selbst Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg – die Frage nach dem Dazugehören. Und die große Frage: Sind fremde Kulturen wirklich zu verstehen? »Der große Ton hat unhörbaren Laut, das große Bild hat keine Form«, lautet ein berühmter Satz von Laozi, der in chinesischen Schri zeichen auf dem Cover dieser Einspielung (durch das Ensemble Les Amis Shanghai unter der Leitung von Jensen Horn-Sin Lam) steht.
Bleibt hinzuzufügen: Die Großen Fragen bleiben ewig.
Xiaoyong Chen: Imaginative Reflections

Wandering Illusion for sheng, clarinet, violin, viola,cello and piano (2016)

I. ... from the distance
II. Lightness
III. Vibrations in the air
IV. Twinkling
V. Wood, Water and Metal
VI. Bell and Songs

Diary V – Five Pieces for quarter tone piano (2013)

I. Farben in Bewegung
II. Filterung
III. Ohne Titel
IV. Reihungen
V. Zoom Out

Imaginative Re ections for clarinet, violin, cello and piano (2015)

I. Crystallisation
II. Lights
III. Waves
IV. Reflected sculpture of light
V. Sound of light
VI. Untitled Song
VII. Silentium

Evapora for flute, clarinet, violin, cello and piano (1996)

I.
II.
III.


All tracks written and composed by Xiaoyong Chen (published by Internationale Musikverlage Hans Sikorski GmbH & Co. KG)

Jensen Horn-Sin Lam, artistic director, viola; Shuting Wu, violin; Yuan Zhang, cello; Cong Li, clarinet and piano solo (Diary V); Xiangjun Yu, piano; Jing Yao, flute; Junjun Tian, violin; Jiannan Chen, sheng; Le Dai, clarinet

This CD was commissioned by the Shanghai Conservatory of Music and the Gaofeng Gran Support Project. Special thanks go to the Beijing Capital Normal University’s College of Music and the Shanghai Tongxinzhai Gallery.
First Listener’s Notes von Ilja Stephan

Gedanken beim Hören von Xiaoyong Chens Musik

Anfänge – Impulse

Am Anfang von Xiaoyong Chens »Evapora« steht ein kurzer, kräftiger Impuls des Klaviers. Obwohl, ist das wirklich ein Klavier, was man hier hört? Die Saiten sind abgedämpft, die Töne der Quinte b – f werden kurz hintereinander angeschlagen und klingen, als würden sie auf einer Zither gezupft. Der Klang des guten, alten Konzertflügels ist bis zur vollständigen Verwandlung verfremdet. Während der Nachhall des ersten Impulses verklingt, übernimmt das Cello, trägt den tiefsten Ton weiter, lässt ihn anschwellen und leitet über zum zweiten Impuls der Pseudo-Zither, die ihr Statement noch zweimal leicht variiert wiederholt. Nach einer Pause setzt die Musik neu an, wieder mit der Quinte b – f, doch nun schleicht sich im Cello eine neuer, dritter Ton ein. Nach und nach werden die Töne der Quinte um ihre unmittelbaren Nachbartöne ergänzt. Die neuen Töne lagern sich an den Kerntönen an und bilden mit ihnen dissonante Tontrauben; ein Minimum an melodischer Bewegung hält Einzug, ein Halbtontriller im Bass und ein Halbtonschritt in der Flöte beleben das Geschehen.

Was Xiaoyong Chens Musik ausmacht, ist in diesem Anfang exemplarisch verdichtet. Schon der Titel ist Programm: »Evapora« kommt von »Evaporation« (Verdunstung). Um Klänge, die sich im Raum ausbreiten und langsam wieder verwehen, geht es in dieser Musik. Ein Modell für Chens Musik bildet die in China hochentwickelte Kunst des Zitherspiels. Im Zentrum des Interesses steht dabei der einzelne Ton, dessen Fortklingen nach dem ersten Impuls mit größter
Subtilität ausgestaltet wird. Nicht die Kombination vieler Töne, sondern das nuancierte Verklingenlassen jedes einzelnen Tones ist in dieser vornehmen Kunst die Hautsache. Dieses zentrale Prinzip der traditionellen chinesischen Kunstmusik hat Chen in »Evapora« mit einem Ensemble westlicher Instrumente neu realisiert.

Fast zwei Jahrzehnte liegen zwischen »Evapora« von 1996 und »Imaginative Reflections« von 2015, doch das Modell, dem Chens Musik folgt, ist geblieben. Auch hier steht am Anfang ein sich wiederholender Impuls in den tiefen Registern des Klaviers; auch hier übernimmt wieder das Violoncello und trägt den Ton weiter. Und auch hier lagern sich nach und nach Nebentöne an den Hauptton an und bilden Cluster. Der Titel des Satzes »Crystallization« bringt dieses Verfahren auf den Punkt. In »Imaginative Reflections« aber mutiert der europäische Konzertflügel nicht zur quasi-asiatischen Zither; hier soll der Flügel nach Flügel klingen, was das Instrument an Resonanzenreichtum und Nachhallmöglichkeiten zu bieten hat, nutzt der Komponist voll aus.

Xiaoyong Chens Musik ist für geduldige Hörer; allmähliche, feine Veränderungen innerhalb eines eng begrenzten Rahmens sind ihr Thema. [...]
About: Xiaoyong Chen
© Friedrich Riehl

Xiaoyong Chen, geboren 1955, lebt in Hamburg. Seine eklektisches komposito- risches Werk wurde vom NDR als »Brücke zwischen chinesischer Musiktradition und europäischer Avantgarde« bezeichnet und vom Zürcher Oberländer als »zartes, empfindsames ... Gewebe von Kängen und Farben« gepriesen.
Chens Kompositionen wurden bei zahlreichen renommierten Musikfestivals in aller Welt aufgeführt, zum Teil als Auftragswerke, darunter Donaueschinger Musiktage, Holland Festival, ISCM World Music Days, Festival Présences (Radio France), Tanglewood Festival, Hudders eld Contemporary Music Festival, War- saw Autumn, MusikTriennale Köln, Münchener Biennale, Schleswig-Holstein Musik Festival, etc. Im Laufe seiner internationalen Karriere hat er mit namha en Orchestern und Ensembles zusammengearbeitet, u. a. SWR Sinfonieorchester, NDR Sinfonieorchester, KBS Orchestra, Münchner Philharmoniker, Zürcher Kammerorchester, Ensemble Modern, London Sinfonie a, Ensemble Intercon- temporain, Auryn-Quartett, Arditti Quartet, und viele andere mehr. Zu den Höhepunkten in Chens Laufbahn zählen eine Portrait-CD mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen (hochgelobt von der Neuen Zeitschri für Musik), ein Portraitkonzert mit dem NDR Sinfonieorchester, das Bach-Preis-Stipendium der Hansestadt Hamburg und der Christoph und Stephan Kaske-Preis in München. Chen ist Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, lehrt am Shanghai Conservatory of Music und am Central Conservatory of Music Beijing, und war Composer in Residence sowie künstlerischer Berater am Zentrum für zeitgenössische Musik der Donau-Universität Krems.
Chen studierte Komposition am Central Conservatory of Music in Beijing und anschließend in Hamburg bei György Ligeti (1985–1989), mit dem ihn bis zu dessen Tod im Jahr 2006 eine enge Freundscha verband. Die Werke von Chen werden exklusiv von den Internationalen Sikorski Musikverlagen publiziert. Seit 2005 ist Chen Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg.
About: Ensemble Les Amis Shanghai
© Tang Lin

Die dynamischen Kammermusikspezialisten des Ensemble Les Amis Shanghai haben mit zu dem kometenha em Aufstieg in der Welt der Musik, den China in den letzten Jahren erlebt hat, beigetragen. Die meist als ELA Shanghai bezeichnete Formation wurde 2009 vom Klarine isten Cong Li, der Violinistin Shuting Wu und dem Bratschisten und künstlerischen Leiter Jensen Horn-Sin Lam gegründet.
Die Besetzung des Ensembles wurde bald um junge Mitglieder der Fakultät des Shanghai Conservatory of Music sowie Musikerinnen und Musiker des Shanghai Symphony Orchestra erweitert. Mit seinen virtuosen und sensiblen Interpretationen möchte das ELA Shanghai vor allem beim chinesischen Publi- kum das Bewusstsein für die einzigartige kommunikative Kraft der Kammermusik schärfen und zeitgenössische chinesische Werke sowohl in China als auch international einer breiteren Zuhörerschaft vermitteln.
Das ELA Shanghai ist das einzige professionelle Kammermusikensemble in China, das Konzertsaisonen spielt. Im Jahr 2011 präsentierte das ELA Shanghai seine mit »Contemporary Then – Contemporary Now« betitelte Konzertreihe zeitgenössischer Kammermusik sowohl westlicher als auch chinesischer Provenienz, mit besonderem Schwerpunkt auf modernen chinesischen Werken. Im Rahmen seiner selbstgewählten Mission der Erforschung und Erweiterung musikalischer Horizonte durch die Zusammenarbeit mit renommierten chinesischen Komponisten hat das ELA Shanghai eine Reihe von Kompositionsaufträgen vergeben, etwa an Pei Lu, Zhiyi Wang, Xuntian He oder Xiaoyong Chen (Imaginative Reflections und Wandering Illusion). Auch für die Interpretation von mehr als dreißig Kompositionen von Yuankai Bao, Qigang Chen, Yi Chen, Wenjing Guo, Tong Sang, Bright Sheng, Dun Tan, Shuya Xu, Guohui Ye, Guang Zhao und Long Zhou hat das Ensemble viel Lob erhalten. Neben den Auftragswerken haben Komponistinnen und Komponisten wie Anna Shevchenko, Jens Peter Møller, Arvid Hansell, Xuntian He und Xiaoyong Chen dem ELA Shanghai Kompositionen gewidmet, in Anerkennung des Engagements und der herausragenden Aufführungspraxis des Ensembles. Die vom ELA Shanghai eingespielte Aufnah- me kammermusikalischer Werke von Daqun Jia ist 2016 bei Naxos erschienen.
Im Hinblick auf seine Mission hat das Ensemble darüber hinaus ein Outreach- Programm ins Leben gerufen, in dessen Rahmen jeden Monat mindestens zwei Konzerte standen, die sich gleichermaßen an ein allgemeines Publikum sowie an Musikspezialisten richten.
Das ELA Shanghai war bereits bei zahlreichen Festivals in China und im Aus- land als Ensemble in Residence und zur Urau ührung neuer Werke zu Gast, etwa beim Korean Composers’ Symposium Seoul (2010), der Shanghai Conservatory’s Electronic Music Week (2011, 2013), dem Contemporary Music Harmony Sum- mit Shanghai (2011), dem Chinese Composers’ Symposium Xiamen (2011), dem Baichuan Chinese Music Award Shanghai (2010, 2011), bei China Time Hamburg (2014) und beim Pulsar Festival Copenhagen (2016).
Die Kunstform des Mind Image

Zwischen Mind Image-Malerei und Mind Image-Musik besteht eine natürliche Affinität. Beide ermöglichen eine Synästhesie von Sehen und Hören, von Farbe und Klang, von ganzheitlichem und analytischem Denken. Beide sind wahrnehmbar über der inneren Stille des menschlichen Geistes, lassen zu, dass das Alte mit dem Modernen, das Östliche mit dem Westlichen verschmilzt. Mind Image-Kunst ist ihrer Natur nach schöpferisch, frei, unabhängig und metaphorisch. Sie richtet sich direkt an die sinnliche und emotionale Existenz des Hörers oder Betrachters, erweckt Phantasie und Kreativität zum Leben, bestärkt Individualität und spirituelles Wachstum. Der Künstler, der wie Xiaoyong Chen Mind Image-Musik komponiert oder wie Zushun Chai Mind Images malt, gelangt in einen Zustand der gegenseitigen Unbewusstheit von Objekt und Selbst (in der chinesischen Ästhetik und Poesie als »wu wo liang wang« bezeichnet), einen Zustand, in dem die physische Welt und die Gefühle des Künstlers eins sind, in dem Feder und Pinsel die geistigen Eindrücke und Prägungen unmi elbar dokumentieren. Die Kunstwerke anerkennen die von der Natur erwiesene Gunst und versuchen sie in halb vertrauten, unscharfen und doch realen Bildern zu erwidern; sie scheinen von göttlicher Inspiration getragen und bieten dem Hörer oder Betrachter zahllose Möglichkeiten, seine Zen-Weisheit zu vermehren. Mind Image-Kunst bedeutet somit Respekt vor unserem gemeinsamen Menschsein. Und sie lädt die freie Seele ein, mit dem Universum in Kontakt zu treten und so die Essenz der Mind Images zu begreifen, zu verstehen, dass Kunst das natürliche Fließen von Gefühlen ist, die Enthüllung großer Liebe, zu verstehen, dass Kunst unser natürlicher Lebensraum ist. (Jianwen Yu, Kurator für die Gemälde von Zushun Chai)
For further information visit:

www.sikorski.de
www.elashanghai.com
www.shcmusic.edu.cn
--------------------------------
http://chaizushun.artron.net

1CD

Instrumental

Contemporary

Empfehlung
Kampe vertraut auf die mündige Wahrnehmung des Hörers – auf dessen Bereitschaft, gleichermaßen einflussfreudig zu sein. 
Erst nach einer angedeuteten Reprise des Beginns setzt die finale Steigerung ein. Entspannte und hoch erregte Momente finden zu einer neuen Balance. 
Hudry entwirft in seinem Werk eine Musikdramaturgie, die mit heterogenen musikalischen Charakteren arbeitet. 
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